Vokabeltest morgen? So nutzt du den Abend davor
Ein Abend ersetzt keine Wochen. Aber in 45 bis 60 Minuten kannst du sortieren, was sitzt, und die wackeligen Wörter gezielt üben.
Was hilft am Abend vor dem Vokabeltest?
Lies die Liste am Abend vor dem Vokabeltest nicht einfach noch einmal durch. Frag dich zuerst ab und sortiere: Was sitzt, was wackelt, was fehlt? Übe dann nur die wackeligen und fehlenden Wörter. Frag am Ende alles einmal schriftlich ab und geh rechtzeitig schlafen.
Wie lange das dauert, hängt davon ab, wo du stehst. Hast du in den Tagen davor schon gelernt, reichen heute etwa 15 Minuten für die Wörter, die noch unsicher sind. Der Ablauf unten ist für alle, die spät dran sind. Er klappt am besten, wenn du die Wörter schon einmal gelernt hast. Hast du noch gar nicht angefangen, wirst du an einem Abend nicht alles sicher können. Dann geht es darum, einen Teil wirklich zu lernen – dazu unten mehr.
Ein Ablauf für 45 bis 60 Minuten
- Vorbereiten (5 Minuten)Kläre, was drankommt: Welche Lektionen? Nur die Bedeutung oder auch Genitiv, Geschlecht und Stammformen? Leg Liste, Zettel und Stift bereit. Das Handy kommt weg, wenn du nicht damit lernst.
- Abfragen und sortieren (10 Minuten)Deck die deutsche Seite ab und geh jedes Wort einmal durch. Bilde drei Gruppen: sitzt, wackelt, fehlt. Jetzt noch nicht üben, nur ehrlich sortieren.
- Die Lücken üben (20 Minuten)Nimm nur die Wörter aus „wackelt“ und „fehlt“, immer fünf bis sieben auf einmal. Lesen, abdecken, aufschreiben, vergleichen. Erst wenn eine Gruppe zweimal ohne Fehler geklappt hat, kommt die nächste.
- Pause (5 Minuten)Steh auf, trink etwas, mach das Fenster auf. Kein Bildschirm.
- Alles einmal wie im Test (15 Minuten)Frag dich selbst ab oder lass dich abfragen: alle Wörter, durcheinander, schriftlich. Was jetzt noch falsch ist, kommt auf einen kleinen Zettel – höchstens fünf Wörter.
- Abschließen (5 Minuten)Geh den kleinen Zettel einmal durch, pack die Schultasche und hör auf.
Hast du nur 45 Minuten, kürze das Üben und den Durchgang wie im Test um je fünf Minuten und lass die Pause weg.
Lernst du mit VocalHero, passen die Karteikarten zum Sortieren: Mit „Gewusst“ und „Nicht sicher“ bewertest du jedes Wort selbst. Für den Durchgang wie im Test nimmst du das Schreiben.
So arbeitet der Latein-Vokabeltrainer →
Was du jetzt nicht mehr tun solltest
- Die Liste nur durchlesen. Beim Lesen kommt dir jedes Wort bekannt vor. Ob du es ohne Hilfe weißt, merkst du erst beim Abfragen.
- Sichere Wörter immer wieder üben. Das fühlt sich gut an, bringt dir aber nichts Neues.
- Immer in derselben Reihenfolge lernen. Im Test stehen die Wörter anders. Misch sie.
- Zusätzlichen Stoff anfangen. Was nicht drankommt, kann bis nach dem Test warten.
- Bis in die Nacht weitermachen. Müde kannst du dich schlechter konzentrieren – heute beim Lernen und morgen im Test.
Wenn ein Wort einfach nicht hängen bleibt
Zwei, drei Wörter wehren sich fast immer. Stures Wiederholen hilft dann wenig. Gib dem Wort lieber einen Haken, an dem es hängen bleibt: eine Eselsbrücke. Drei Arten kannst du ausprobieren.
Ein Wort, das du schon kennst
gaudium, -i n. heißt „die Freude“. In Süddeutschland und Österreich sagt man „Das war eine Gaudi“, wenn etwas Spaß gemacht hat. Das Wort kommt von gaudium. Ähnlich bei videre, sehen: video heißt wörtlich „ich sehe“.
Ein Klang und ein Bild
semper heißt „immer“. Es klingt ein wenig wie „September“. Verwandt sind die beiden Wörter nicht: „September“ kommt von septem, sieben. Hier zählt nur der Klang. Mach daraus einen Satz: „Im September beginnt immer der Herbst.“ Dein eigener Satz darf ruhig seltsam sein. Hauptsache, er fällt dir wieder ein.
Die Wortfamilie
virtus, virtutis f. heißt „die Tapferkeit“. Wer dabei an „virtuell“ denkt, landet bei der falschen Bedeutung. Besser: In virtus steckt vir, der Mann. Tapferkeit war für die Römer das, was einen Mann auszeichnen sollte.
Prüf jede Eselsbrücke einmal: Führt sie dich zur richtigen Bedeutung und nicht nur zu einem ähnlichen Wort? Schreib sie dann neben die Vokabel. Hilft auch das nicht, bau das Wort in einen kurzen Satz ein: Subito amicus adest. – Plötzlich ist der Freund da.
Schlaf gehört zur Vorbereitung
Geh zu deiner normalen Zeit ins Bett. Schlaf gilt als wichtig dafür, dass sich Gelerntes festigt. Und ausgeschlafen kannst du dich im Test besser konzentrieren. Eine Stunde weniger Schlaf für zehn Wörter mehr ist deshalb meist ein schlechter Tausch.
Fällt dir im Bett ein Wort nicht ein, steh nicht noch einmal auf. Schau morgen früh nach.
Der Morgen vor dem Test
- Frühstücke und geh rechtzeitig los. Hetze kostet Konzentration.
- Geh den kleinen Zettel einmal durch, zum Beispiel auf dem Schulweg. Fünf Minuten reichen. Die ganze Liste bleibt zu.
- Lass dich vor der Stunde nicht verrückt machen, wenn andere sich gegenseitig abfragen.
- Im Test: Lies zuerst, was genau verlangt ist. Schreib dann die Wörter hin, die du sicher weißt, und komm am Ende zu den Lücken zurück.
Was ein Abend schafft – und was nicht
An einem Abend kannst du Wörter auffrischen, die du schon einmal gelernt hast, und ein paar Lücken schließen. 60 unbekannte Wörter sicher zu lernen, klappt so kaum. Stehst du genau da, dann entscheide dich: lieber 20 Wörter sicher als 60 halb. Nimm zuerst die Lektion, die zuletzt dran war.
Was du an einem Abend lernst, verblasst schnell, wenn du es nicht wiederholst. Nimm dir die Wörter in den nächsten Tagen noch zweimal kurz vor. Dann fängst du beim nächsten Test nicht bei null an.
Mit mehr Vorlauf wird der letzte Abend entspannter. Dazu passen diese beiden Texte:
Häufige Fragen
Kann ich an einem Abend alle Vokabeln für den Test lernen?
Wenn du die Wörter schon einmal gelernt hast, kannst du an einem Abend viel auffrischen. Sind die meisten Wörter neu für dich, reicht ein Abend nicht für alle. Wähle dann einen Teil aus und lerne ihn sicher, statt alle Wörter nur halb zu können.
Wie lange sollte ich am Abend vor dem Vokabeltest lernen?
Hast du in den Tagen davor schon gelernt, reichen etwa 15 Minuten für die Wörter, die noch unsicher sind. Bist du spät dran, sind 45 bis 60 Minuten mit einer kurzen Pause ein realistischer Rahmen. Wichtiger als die Dauer ist, dass du dich abfragst und nur die unsicheren Wörter übst. Mehrere Stunden Durchlesen bringen meist weniger als eine Stunde ehrliches Abfragen.
Soll ich am Morgen vor dem Test noch lernen?
Neues solltest du am Morgen nicht mehr lernen. Ein Blick auf den kleinen Zettel mit deinen letzten unsicheren Wörtern ist sinnvoll. Fünf Minuten reichen dafür.
Was mache ich mit Wörtern, die ich mir einfach nicht merken kann?
Gib dem Wort eine Eselsbrücke: ein bekanntes Wort, einen Klang mit einem Bild oder die Wortfamilie. Ein Beispiel ist gaudium, die Freude, und die „Gaudi“. Schreib die Eselsbrücke neben die Vokabel und geh sie am Morgen noch einmal durch.